Textproben

Leserbriefe "... & Radieschen" #5

Liebe VP Niederösterreich!

Sehr guter Plan, Hauben im „Hairstyle by Erwin Pröll“ herzustellen und diese im Landtagswahlkampf unter dem Motto „tragbar, waschbar, wählbar“ zu verteilen. Wurde ja auch höchste Zeit, dass eine Partei mal zugibt, dass es geradezu eine Ressourcenverschwendung wäre, Köpfe zu wählen, solange es Frisuren auch tun. Und wenn Erwin Pröll eines Tages einmal nicht mehr tragbar sein sollte, dann ist es immer noch seine Haube. Abgesehen davon ist Pröll selbst wohl auch waschbar; manchmal wirkt er ja fast schon ein bisschen zu ausgekocht. Allerdings sollte man das Fell des Landeshauptmannes nicht verteilen, ehe er erlegt, nein, gewählt ist.

Dein tragbares, waschbares, essbares Radieschen

P.S.: Trägt Erwin Pröll eigentlich auch so eine Haube? Dann wäre er ja der erste Politiker, der sich selber doubelt. Aber was macht Erwin Pröll eigentlich nicht selber?


Lieber Gusi!

Langsam wird es lästig, Dir in jeder Ausgabe schreiben zu müssen. Bleib doch mal draußen! Oder bist du wirklich so gern drinnen? Andererseits kann man es Dir ja aber auch nicht verdenken: Kaum im Flieger drinnen, schon aufgestiegen. Nein, nicht der Flieger. Du! Nur zu denselben Konditionen zurück fliegen, ist noch schöner. Im Keller sind nur die Umfragewerte und

Dein immer noch nicht upgegradetes Radieschen aus der Economy-Class

P.S.: Auch wenn Du jetzt noch soviel Flugangst hast, so wirst Du bei den Wählern nicht landen können.


Liebe Großkoalitionäre!

Respekt, endlich einmal eine Regierung, die etwas gegen Klimawandel und Erderwärmung tut; kälter als in dieser Koalition kann es ja kaum mehr werden. Strache freut sich schon, denn die Wähler werden sich bald blau gefroren haben.

Euer gänsebehäutetes Radieschen


Lieber Julius Meinl V!

Malen Sie eine ausreichende Menge Kaffeebohnen an die Wand und geben Sie pro Tasse acht Löffel Kaffeepulver in die Kaffeemaschine. Einschalten nicht vergessen. Dann lehnen Sie sich zurück und warten, bis der Kaffee fertig ist. Lassen Sie den Kaffee durch einen ehemaligen Finanzminister („Ein guter Tag beginnt mit einem servierten Kaffee“) so schwarz wie Ihre Bilanzen servieren, achten Sie aber darauf, dass ausreichend Zucker vorhanden ist, um Ihren Aktionären diese zu versüßen. Sollten Sie keinen Zucker vorrätig haben, können Sie ihnen auch Honig ums Maul schmieren.

Ihr koffeinfreies Radieschen

P.S.: Stimmt es, dass „European Land in Sicht“ zum Schreckensruf aller Börsianer geworden ist?


Lieber Osterhase!

Deutschland sucht den Superstar, Bauer sucht Frau, Hickersberger sucht eine Mannschaft, Platter sucht das Weite (leider nur für Asylwerber). Also wirf Deinen Korb ruhig in den Graben, nach Ostereiern sucht heutzutage kein Mensch mehr. Gib lieber ein Inserat auf: Osterhase sucht Job. Mit dem Titel kriegst Du vielleicht sogar eine eigene Fernseh-Show.

Dein AMS-Berater-Radieschen

P.S.: Draußen aus dem Arbeitsmarkt, drinnen in der Krise, das geht schneller als ein Hase hüpfen kann.


Liebe EM-Organisatoren!

Ob der Euro ein Teuro war, darüber streiten sich heute noch die Leut’ herum, am End’ weiß keiner nix. Dass die Euro jedenfalls eine Teuro wird, das pfeift jetzt schon die Spatzenelf von den Dächern, am End’ hat keiner nix. Außer die Nationalmannschaft den Scherm auf. Aber den hätte sie ja sowieso gehabt.

Dein ballverliebtes Radieschen

P.S.: In banger Erwartung der Fanmeile (alternativ: Fantränke, Fanmelke, je nach Sichtweise) wünsche ich mir schon heute Siebenmeilenstiefel.


Liebe Inflation!

Sportlich, sportlich, das muss ich schon sagen. Du galoppierst wie ein junger Hengst, läufst wie der Nurmi, und so hoch der Ölpreis Dir die Latte auch legt, Du springst locker drüber. Und dabei schwitzt Du nicht einmal, das überlässt Du lieber den Konsumenten.

Dein preisgetriebenes Radieschen

P.S.: Ob sich die SPÖ wirklich eine Einmalzahlung von € 100,-- bewilligen wird? Ist das nicht viel zu wenig für eine (früher einmal) so große Partei?


Lieber Josef Hickersberger!

Zahllose Masochisten möchten in Deiner Haut stecken, geht dir das nicht unter dieselbe? Du hast als einer der ganz wenigen die Chance, nein, nicht Europameister zu werden, aber immerhin binnen einiger weniger Tage unbeliebter zu werden als der Bundeskanzler. Wer kann das schon von sich behaupten?

Dein sich vor Neid gelb verfärbendes Radieschen