Leserbriefe "... & Radieschen" #1
Lieber Erwin Buchinger!
Ihr Vokuhila ist also € 5.000,-- wert. Ja, kaum ist man in Amt und Würden, fressen einem die Pflichten (oder war’s doch die PR-Abteilung?) auch schon die Haare vom Kopf. Egal, tue Gutes und rede darüber. Hauptsache, der Erwin Pröll wird neidisch.
Dein ratzekahles Radieschen
Lieber Andreas Laun!
Es gibt ja wirklich jede Menge Gründe, aus denen man Richard Lugner ungenießbar finden kann: Reality-Soaps über seine Familie, öffentliche Ehekrachs (oder doch nicht?) mit Mausi samt öffentlicher Versöhnung (oder doch nicht?), der alljährliche Zirkus mit seiner prominenten Opernballbegleiterin (Kommt sie oder kommt sie nicht? Und wenn sie kommt, hat sie was an? Und wenn sie was anhat, wer erkennt sie dann noch?), Sex-Shops in der Lugner-City, etc., etc. (weitere Aufzählung unterbleibt aus Platzgründen, sonst platzt dein Radieschen nämlich); nein, man kann gar nicht soviel gegessen haben, wie man … möchte. Aber egal, all sowas kratzt keinen Weihbischof. Doch kaum macht Lugner mal was Vernünftiges, wie eine Abtreibungsklinik zu installieren, schreien Sie nach Exkommunikation. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Dein angespeistes Radieschen
Lieber Verein „Jugend für das Leben“!
Unglaublich, dass Ihr sogar noch einen Weihbischof toppen könnt, aber Eure Aussage, wonach Frauen durch die Einkaufsmöglichkeiten in die Lugner City gelockt und dort dazu verleitet würden, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, lässt einem die Grausbirnen aufsteigen. Wie stellt Ihr euch das eigentlich vor, da fällt Samstagnachmittag also ein Haufen Partyluder in die Lugner City ein und zwitschert vor sich hin: „Du, Jessica, ich muss mir mal eben eine neue Digicam checken, meine ist mir letzte Woche in den Champagner gefallen.“ – „Jetzt wart doch mal, Eve, ich muss zuerst mal an die Feinkost-Theke, wir haben Gäste heute Abend.“ – „Und ich muss dringend in den Handy-Shop, die Gebühren fressen mich auf, ich glaub, ich muss den Betreiber wechseln.“ – „Apropos, Betreiber, in die Abtreibungsklinik muss ich ja auch noch. Hab letztens schon wieder nicht aufgepasst.“ Die anderen im Chor: „Ach ja, da muss ich ja auch hin.“ – Nein, seid beruhigt, auch wenn man sich natürlich immer ein bisschen Sorgen machen muss, ganz so läuft das nicht: Solche Tussies, haben’s zum Beispiel ja auch gar nicht nötig, wegen ein bisschen höheren Handygebühren gleich auf ein anderes Netz zu wechseln. Und auf den Rest passt ja ihr auf.
Euer beruhigtes Radieschen
Lieber Alfred Gusenbauer!
Was die Republik auch noch gebraucht hat: einen roten Bundeskanzler, der jetzt auch schon dann in die Knie geht, wenn er die russische Erde nicht unter seinen Füssen spürt.
Dein schwindliges Radieschen
Liebe Studenten!
Ein voller Bauch studiert nicht gern, also gebt euer Geld nicht unnötig für Essen aus. Und wenn Ihr doch einmal Hunger haben solltet, bietet Eurem Kanzler Nachhilfe in Verhandlungsgeschick an. Er kann es brauchen.
Euer studiengebührenfreies Radieschen
Lieber Klimawandel!
Wandle, wo du willst, aber nicht in Österreich. Weil, mir san mir, und bei uns bleibt alles so, wie es immer schon gewesen ist, auch wenn’s keiner so gewollt hat. Und übers Wetter schimpfen, können wir auch ohne dich.
Dein unflexibles Radieschen
Lieber Eurofighter!
Früher gab es in den Greisslereien Wettbewerbe, bei denen man erraten musste, wie viele Kaugummis oder Bonbons in einem riesigen Gurkenglas in der Auslage sind, und wer richtig geraten hatte, bekam dann den Inhalt. Ähnlich schwierig scheint die Frage zu sein, wie viel Du denn nun tatsächlich kostet. Wenn ich’s errate, gewinne ich dich dann (alle 18, alle 24, oder wie viele auch immer)? Okay, dann geb ich jetzt meinen Tipp ab: € 2,--? Oje, falsch. Schade. Dann kriegt Dich doch wer anderer. Österreich zum Beispiel.
Dein „guter Verlierer“ Radieschen
Lieber Josef Pröll!
Seit Ihrer Aussage, dass die ÖVP moderner werden müsste, hat man ja von der ganzen Sache nichts mehr gehört, aber ich nehme halt einmal an, dass die einzelnen Maßnahmen jetzt erst einmal in den Gremien beraten werden müssen, zum Beispiel, wie man einen Krawattenknoten aufkriegt.
Dein heuriges Radieschen